Kurs 889
Wie reden wir eigentlich?
Sprachsensibilität als Schlüssel für eine lebensnahe Kirche
2. bis 6. Juni 2027
18 Uhr bis 9 Uhr

Leitung
Katharina Wagner und
Dr. Hendrik Meyer-Magister, Rektor Theologisches Studienseminar
Kooperation mit der VELKD
Ort
Theologisches Studienseminar Pullach
Zielgruppe
Für all theologischen, pädagogischen und diakonischen Mitarbeitenden im kirchlichen Dienst
Kosten
104,00 € für hauptamtlich Mitarbeitende der bayrischen Landeskirche
Sprache transportiert mehr als Informationen. Sie ist der Resonanzraum unseres Glaubens, Ausdruck unserer Identität und das Werkzeug, mit dem wir Wirklichkeit gestalten. Gerade das reformatorische Christentum misst dem Wort eine ganz besondere, hohe Bedeutung zu. Doch wie „kirchenspezifisch“ ist unsere Rede eigentlich? Nutzen wir eine Sprache, die Menschen erreicht und offen ist oder pflegen wir unsere protestantische Milieuverengung? Verstricken wir uns in Floskeln, die Distanz schaffen, anstatt Gemeinschaft zu stiften?
In diesem Kooperationskurs zwischen dem Pastoralkolleg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und dem Theologischen Studienseminar Pullach laden wir Sie ein, Ihre eigene pastorale und öffentliche Sprachpraxis kritisch und kreativ zu reflektieren. Gemeinsam untersuchen wir, wie unsere Sprache unser Denken prägt, Machtverhältnisse in Kirche und Welt stabilisiert oder aufbricht und welche Sprache das Evangelium in einer sich wandelnden Welt erfahrbar machen kann.
Wir gehen den Fragen nach, die unsere tägliche Arbeit bewegen:
· Performative Kraft: Wie formt unsere Sprache die Wirklichkeit des Glaubens?
· Identität & Macht: Welche Identitätsbilder vermitteln wir? Wo verschleiert kirchliche Sprache Machtverhältnisse – und wie können wir zu einer transparenten Kommunikation finden?
· Worte & Wendungen: Was sagen unsere geliebten Floskeln eigentlich über unser Gottesbild und unsere Selbstwahrnehmung aus?
· Liturgie & Musik: Im Spannungsfeld zwischen geformter Tradition und freier Rede: Wie gelingt ein zeitgemäßes, theologisch gehaltvolles Sprechen?
· Neue Räume: Wie übersetzen wir die Frohe Botschaft in die verkürzte, visuell geprägte Sprache der Social-Media-Welt, ohne ihre Tiefe zu verlieren?